Pädagogisches Ganztagskonzept der Nicolaischule – Städtische Oberschule auf der Grundlage des Schulprogramms
1.Vorbemerkungen
Die Nicolaischule macht ihren Schülern ab dem Schuljahr 2010/2011 ein Ganztagsangebot in offener Form.
Keinen ihrer Schüler zu verlieren, jedem Schüler den Schulabschluss zu ermöglichen, der seinen Möglichkeiten entspricht, ist das Hauptanliegen der Arbeit unserer Lehrer und aller anderen an Bildung und Erziehung beteiligter Partner. Im Schulprogramm wurde das pädagogische Grundkonzept in sechs Punkten formuliert. Diesem Anspruch steht die Tatsache gegenüber, dass jedes Kind sehr individuelle Lernvoraussetzungen hat, in unterschiedlichen sozialen Verhältnissen lebt oder auch sehr differenzierte Erfahrungen aus sechs Jahren Grundschule in die weiterführende Schule mitbringt.
2. Säulen unseres geplanten Ganztagsangebotes
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5. Identifikation |
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6. Integration/ Förderung | |
2.1 Identifikation
Wie unter Punkt III (Umsetzung) unseres Schulprogramms nachvollziehbar, haben wir Angebote eingerichtet, um diesem pädagogischen Anspruch gerecht zu werden. Gleichzeitig stellten wir jedoch fest, dass eine Halbtagsschule an diesem Punkt ihre Grenzen hat. Diese werden gesetzt mit den zur Verfügung stehenden Lehrerwochenstunden, durch die finanziellen Möglichkeiten der Eltern, wobei hier der Schülersozialfond Entlastung gebracht hat und der notwendigen Entscheidung, wann darf Unterricht zugunsten anderer Angebote wegfallen.
Die Möglichkeiten eines Ganztagsangebotes werden die oben beschriebenen Beschränkungen aufheben.
Wir sehen hier auch ein sehr wertvolles Potenzial für die Jungenförderung. Dies ergibt sich aus der gestiegenen Anzahl der Jungen, dem „ Frauenüberhang „ unter den Lehrern und der Tatsache, dass ein überwiegender Anteil der Jungen mit ihren allein erziehenden Müttern groß wird. Auf jungenspezifische Angebote bzw. männliche Ansprechpartner werden wir in unserem Ganztagsangebot besonders achten.
Des Weiteren wissen wir aus unserer Schülerbefragung, dass es ein großes Interesse an sportlichen Angeboten gibt, vor allem an Trendsportarten. Uns steht nur eine LWS für eine Sport- AG zur Verfügung. Die beschriebenen mangelhaften äußeren Bedingungen setzen weitere Grenzen. Identifikation mit Schule und das damit verbundene Gefühl von Sicherheit und Wertschätzung ergibt sich auch aus der Teilnahme an überschulischen Wettkämpfen, wie Triathlon, Crosslauf, Beetzseelauf, Fußballmeisterschaften usw. Mangelnde Trainingsmöglichkeiten haben dazu geführt, dass überschulische Erfolge ausbleiben, Schüler zunehmend mehr ihre Bereitschaft, sich zu engagieren, verweigern. Wer verliert schon gerne? Bisher war dies kompensierbar mit Schülern, die erfolgreich in Vereinen trainierten. Unser derzeitiges Schülerklientel engagiert sich in seiner Freizeit aus unterschiedlichen Gründen hier kaum noch.
Am Ende des vergangenen Schuljahres überbrachte der Staatssekretär Herr Jungkamp den Fördermittelbescheid in Höhe von 217000,- Euro, mit denen die Sportanlagen saniert und unserem Konzept entsprechend gestaltet werden.
Um diese Säule zu realisieren, können wir unseren Schülern in diesem Jahr das folgende Angebot unterbreiten:
- Volleyball
- Tanz
- Sport/ Spiel/ Fitness (Trendsport)
- Schach
- Theater
- Chor
- Gitarre
- Kreativdesign
- Kochen/ Backen
- Streitschlichtung
- Jobtiger/ Bewerbertraining (9./10. Kl.)
2.2 Teilnahme
Verbindlich ist die Teilnahme für alle Schüler der 7./8. Klassen. Sie müssen sich für mindestens ein Angebot entscheiden, welches dienstags, mittwochs oder donnerstags nach der 7. Stunde angeboten wird. Wer nachweislich regelmäßig in einem Verein trainiert, die Musikschule besucht oder sich in ähnlicher Weise in seiner Freizeit engagiert, muss das Nachmittagsangebot nicht nutzen. Auch für Schüler unserer 9./10. Klassen ist die Teilnahme fakultativ.
2.3 Integration und Förderung
Wir sind seit Anfang der neunziger Jahre eine Integrationsschule. Schwerpunkt sonderpädagogischen Förderbedarfs ist dabei die sozial- emotionale Entwicklung der Kinder. Unser Integrationskonzept haben wir in diesem Schuljahr unserer praktizierten Arbeit angepasst. Wie die Zahlen belegen, engagieren wir uns bei der Förderung von Kindern mit Teilleistungsstörungen.
Insbesondere Schüler mit ADS/ADHS benötigen klare Strukturen und Betreuung bei der Bewältigung ihres Schulalltages. Teilleistungsstörungen wie LRS oder eine Matheschwäche sind an unserer Schule ein besonderer Aufnahmegrund. Die Förderung dieser Kinder, die Vermittlung besonderer Lernstrategien und das Trainieren notwendiger Lernmethoden sollen fester Bestandteil des Ganztagsangebotes werden.
2.4 Bestandteile der Säule Integration/ Förderung
2.4.1 Arbeitsstunden (AST-Std.)
- montags und freitags ab 7.20 Uhr im Klassenverband
- Teilnahme verpflichtend
- soziales Lernen, Klassenrat, Methodentraining…
2.4.2 Förderunterricht
- in Stundentafel integriert 1 Stunde pro Woche
- Teilnahme verpflichtend
- Zuordnung erfolgt zunächst von Seiten der Schule
- Angebote: Lesekompetenz, Englisch, Mathemetik, LRS, Recheschwäche, Konzentrationstraining (ADS/ADHS), eigenverantwortliches Lernen
2.4.3 Individuelles Lernen
"Schularbeiten statt Hausaufgaben"
Die Schule verzichtet auf Hausaufgaben, da wertvolle Lernzeit je Unterrichtsstunde für die Kontrolle und Sanktionierung häufig nicht angefertigter Aufgaben verloren geht. Ausgenommen sind langfristige und umfangreichr Hausaufgaben, wie Projektarbeiten, Protokolle, Facharbeiten, Kurzvorträge, Referate, Präsentationen u.ä.. Ausgenommen davon ist außerdem die Verpflichtung jedes Schülers, sich täglich auf den Unterricht des nächst folgenden Tages vorzubereiten. Um den Eltern hier die Kontrolle zu ermöglichen, lässt ab diesem Schuljahr jeder Fachlehrer das behandelte Thema der Stunde und wenn möglich die Lernquelle (Hefter, LB, Arbeitsblatt, Arbeitsheft) in das Logbuch/ Hausaufgabenheft eintragen. Hausaufgaben dienen eigentlich dazu, vermittelten Stoff zu üben, um ihn so zu festigen. Um dies auch ohne klassische Hausaufgaben abzusichern, kann nicht verstandener Unterrichtsstoff unter Anleitung eines Lehrers an drei Tagen in der Woche nachgearbeitet werden. Dieses Angebot kann auch für die Vorbereitung auf Arbeiten, Beratung bei Facharbeiten, das Ordnen von Arbeitsmaterialien usw. genutzt werden. Angebote : Dienstag, Mittwoch, Donnerstag von 7:00 - 7:45 Uhr und 14:15 - 15:00 Uhr
2.4.5 Arbeits- und Gesprächsraum
- Betreuung von Schülern, die aufgrund ihres Störens des Raumes verwiesen
werden müssen mit Beteiligung des Schulsozialarbeiters
Grundsätzlich ist im Falle notwendiger Vertretung durch Erkrankung eines Lehrers jedoch der Unterricht abzusichern!
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